Scannen
Viele Futures werden nach denselben technischen und marktbezogenen Kriterien untersucht.
Tradingwissen · Marktbeobachtung
Ein Futures Marktscanner durchsucht viele Märkte nach denselben Kriterien, erkennt auffällige Konstellationen und priorisiert, welche Futures eine genauere Analyse verdienen. Nicht mehr alles beobachten – das Relevante prüfen.
Informationsflut reduzieren
Trader haben heute Zugriff auf mehr Informationen als jemals zuvor: Charts, Kursdaten, Indikatoren, Nachrichten, Volatilität, COT-Daten und saisonale Statistiken stehen nahezu jederzeit zur Verfügung.
Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb häufig nicht darin, zu wenig Informationen zu besitzen. Schwieriger ist es, aus vielen Märkten diejenigen Situationen herauszufiltern, die gerade tatsächlich interessant sein könnten.
Genau dort beginnt die Aufgabe eines Futures Marktscanners: Routinearbeit automatisieren, Auffälligkeiten sichtbar machen und die Aufmerksamkeit auf eine überschaubare Vorauswahl lenken.
Viele Futures werden nach denselben technischen und marktbezogenen Kriterien untersucht.
Märkte mit mehreren auffälligen Faktoren werden für die weitere Analyse hervorgehoben.
Chartanalyse, Einstieg, Stop, Ziel und Handelsentscheidung bleiben Aufgabe des Traders.
Grundprinzip
Ein Futures Marktscanner ist eine Software, die mehrere Futuresmärkte automatisiert oder halbautomatisiert nach vorher definierten Kriterien untersucht.
Statt Gold, Silber, Rohöl, Erdgas, Agrarmärkte, Aktienindizes, Währungen und Soft Commodities täglich einzeln durchzugehen, werden dieselben Analysebausteine systematisch auf viele Märkte angewendet.
Ein Scanner kann unter anderem untersuchen, wie weit ein Markt von wichtigen Hochs oder Tiefs entfernt ist, ob eine ungewöhnlich große Bewegung vorliegt, wie sich die Volatilität entwickelt oder ob COT-Daten besonders auffällig sind.
Ein guter Trading Scanner soll nicht möglichst viele Signale erzeugen. Er soll beantworten: Welche Märkte verdienen heute meine Aufmerksamkeit?
Klare Abgrenzung
Beide Werkzeuge verfolgen unterschiedliche Ziele. Ein Scanner bereitet Entscheidungen vor – er ersetzt sie nicht.
Der Scanner untersucht viele Märkte und hebt Situationen hervor, bei denen technische oder marktbezogene Kriterien auffällig sind.
Ein Markt kann beispielsweise an einer langfristigen Unterstützung liegen, eine außergewöhnliche ATR-Bewegung zeigen und gleichzeitig eine interessante COT-Konstellation besitzen.
Das bedeutet zunächst nur: Dieser Markt verdient eine genauere Betrachtung.
Erst nach der Vorauswahl werden Chart, Marktumfeld, Einstieg, Stop, Ziel, Chance-Risiko-Verhältnis, Liquidität und weitere entscheidungsrelevante Faktoren genauer geprüft.
Wie aus dieser Vorauswahl Schritt für Schritt ein konkreter Tradeplan entsteht, zeigt unser Praxisleitfaden Futures Marktscanner richtig nutzen.
Der Scanner soll deshalb nicht behaupten: „Dieser Trade gewinnt.“
Er reduziert die Informationsmenge. Die Handelsentscheidung bleibt beim Trader.
Technische Ebene
Ein wichtiger Bestandteil eines Futures Scanners ist die technische Marktstruktur.
Interessant können beispielsweise mehrtägige Hochs und Tiefs, langfristige Unterstützungen und Widerstände, Vorwochen-, Vormonats- oder Vorjahresbereiche, Swingzonen oder volumenbasierte Levels sein.
Der Vorteil besteht nicht darin, dass diese Konzepte unbekannt wären. Der Vorteil liegt darin, dass alle beobachteten Märkte nach denselben Regeln kontrolliert werden.
Bewegung und Extrembereiche
Absolute Kursbewegungen lassen sich zwischen verschiedenen Futures nur schwer vergleichen. Relative Schwankungsmaße helfen dabei, außergewöhnliche Situationen systematischer einzuordnen.
Der Markt wird darauf geprüft, ob er sich in der Nähe kurz-, mittel- oder langfristig relevanter Hochs und Tiefs befindet.
Die aktuelle Tagesbewegung wird mit der typischen Schwankungsbreite des jeweiligen Marktes verglichen.
Die aktuelle Volatilität kann zusätzlich in Relation zu einer längeren historischen Periode eingeordnet werden.
Unterstützungen und Widerstände lassen sich in ATR-Einheiten marktübergreifend besser vergleichen.
Futures-spezifischer Kontext
Der Commitments of Traders Report gehört zu den besonderen Informationsquellen der Futuresmärkte.
Er liefert regelmäßig Daten über die Positionierung verschiedener Marktteilnehmergruppen. Für die Analyse können beispielsweise Commercials und Managed Money betrachtet werden.
Interessant ist dabei nicht nur die absolute Netto-Position, sondern auch ihre historische Einordnung.
Ein COT-Index kann vereinfacht zeigen, ob die aktuelle Positionierung im Vergleich zu einem längeren Zeitraum ungewöhnlich weit an einem Extrem liegt.
COT-Extrem bedeutet nicht automatisch Trendwende. Die Information wird besonders interessant, wenn sie mit technischer Marktstruktur und weiteren unabhängigen Faktoren zusammenpasst.
Commercials und Managed Money können hinsichtlich ihrer aktuellen Netto-Position betrachtet werden.
Ein-, Drei- oder Fünfjahreszeiträume helfen dabei, die aktuelle Positionierung historisch einzuordnen.
Besonders interessant wird COT, wenn Marktstruktur, technische Signale und weitere Faktoren gleichzeitig auffällig sind.
Zeit als zusätzliche Dimension
Viele Futuresmärkte werden durch saisonale Faktoren beeinflusst. Agrarmärkte unterliegen beispielsweise Aussaat-, Ernte- und Lagerzyklen. Bei Energie spielen Verbrauchs- und Nachfragesaisons eine Rolle.
Historische Saisonalität bedeutet nicht, dass ein Markt jedes Jahr zur gleichen Zeit steigen oder fallen muss.
Sie beschreibt vielmehr, wie sich ein Markt in vergleichbaren Kalenderphasen historisch häufig verhalten hat.
Besonders interessant wird diese Information, wenn sie mit einer technischen Unterstützung, einer auffälligen COT-Konstellation oder einer anderen unabhängigen Beobachtung zusammentrifft.
Viele Daten sinnvoll ordnen
Je mehr Kriterien ein Scanner prüft, desto wichtiger wird eine klare Priorisierung. Sonst ersetzt eine lange Trefferliste lediglich die vorherige Informationsflut.
Reversal, ATR, technische Struktur, Volumen und weitere Analysebereiche liefern einzelne Informationen.
Mehrere auffällige Faktoren können zu einer gemeinsamen Bewertung des Marktes zusammengeführt werden.
Ein höherer Score bedeutet nicht „kaufen“, sondern „diesen Markt zuerst genauer untersuchen“.
Breite Marktbeobachtung
Futuresmärkte decken sehr unterschiedliche Bereiche der Weltwirtschaft ab: Edelmetalle, Energie, Agrarrohstoffe, Aktienindizes, Währungen, Fleischmärkte und Soft Commodities.
Diese Märkte befinden sich nicht gleichzeitig in derselben Phase. Während Aktienindizes wenig interessante Strukturen zeigen, kann beispielsweise bei Gold, Kaffee oder einem Agrarmarkt eine auffällige Konstellation entstehen.
Der EagleEye Marktscanner untersucht rund 30 wichtige Futuresmärkte. Dadurch kann sich die eigene Aufmerksamkeit flexibel dorthin verschieben, wo tatsächlich etwas auffällig ist.
Zusätzlich können weitere Instrumente in die persönliche Marktbeobachtung aufgenommen werden.
Mehrere Perspektiven
Der Tageschart eignet sich besonders für größere Marktstrukturen, langfristige Unterstützungen und Widerstände, mehrtägige Reversals und Swing-Ideen.
Der 4-Stunden-Chart ermöglicht eine feinere Betrachtung kurzfristiger Entwicklungen.
Die Kombination verschiedener Zeitebenen verhindert, dass eine kurzfristige Bewegung ohne übergeordneten Kontext betrachtet wird.
RSI, MACD, Momentum, Volumen oder OBV können zusätzliche Informationen über den Zustand eines Marktes liefern.
Ein RSI unter 30 bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Markt steigen muss.
Indikatoren werden deshalb sinnvoller, wenn sie gemeinsam mit Marktstruktur, Volatilität, COT oder anderen unabhängigen Informationen betrachtet werden.
Zusätzliche Analyseebene
Nachdem ein Scanner viele Märkte auf eine kleinere Kandidatenliste reduziert hat, kann eine zusätzliche Analyse dieser Märkte sinnvoll sein.
Beim EagleEye Scanner können ausgewählte Kandidaten über das optionale KI-Abfragemodul weiter analysiert werden.
Die KI-Analyse ist dabei keine automatische Orderfreigabe. Sie dient als zusätzliche Einordnung und kann die bereits gefundenen technischen beziehungsweise marktbezogenen Informationen in einem strukturierten Bericht zusammenführen.
Die Verantwortung für Einstieg, Risiko und Tradeentscheidung bleibt vollständig beim Trader.
Der sinnvolle Workflow
Nicht jeder Treffer soll gehandelt werden. Der eigentliche Nutzen entsteht durch einen klaren mehrstufigen Ablauf.
Viele Futures werden automatisiert nach denselben Kriterien untersucht.
Die auffälligsten Märkte werden als Kandidaten weiter oben eingeordnet.
Chart, Marktumfeld, Einstieg, Stop, Ziel und Chance-Risiko-Verhältnis werden individuell geprüft.
Erst danach entscheidet der Trader, ob überhaupt ein konkreter Trade entstehen soll.
Praktischer Nutzen
Wer viele Futures täglich manuell überprüft, verbringt einen erheblichen Teil seiner Zeit damit, Charts zu öffnen und anschließend festzustellen: Hier ist momentan nichts besonders interessant.
Ein Scanner übernimmt genau diese Negativselektion. Er hilft nicht nur dabei, interessante Situationen zu finden, sondern vor allem dabei, viele aktuell unauffällige Märkte schnell auszusortieren.
Dadurch bleibt mehr Zeit für diejenigen Märkte, bei denen sich eine tiefere Analyse tatsächlich lohnt.
Das Ziel lautet nicht: mehr Trades finden.
Das bessere Ziel lautet:
weniger Märkte ansehen müssen – aber die richtigen genauer prüfen.
EagleEye Futures Marktscanner
Der EagleEye Marktscanner wurde entwickelt, um aus einer großen Zahl beobachteter Märkte eine strukturierte Vorauswahl zu erstellen.
Dafür verbindet er technische Marktstruktur, Reversal-Bereiche, ATR und Volatilität, Unterstützungen und Widerstände, technische Indikatoren, COT-Positionierung, historische COT-Extrembereiche, Saisonalität sowie Tages- und 4-Stunden-Betrachtungen.
Die Ergebnisse werden bewertet und priorisiert. Dadurch entsteht keine automatische Handelsanweisung, sondern eine Arbeitsliste für die weitere Analyse.
Fazit
Ein Futures Marktscanner löst ein praktisches Problem: Zu viele Märkte und zu viele Informationen konkurrieren gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Traders.
Der Scanner reduziert diese Menge. Er untersucht viele Futures nach denselben Kriterien, erkennt technische Auffälligkeiten, berücksichtigt Volatilität, COT-Daten und Saisonalität und priorisiert anschließend diejenigen Märkte, die eine genauere Analyse verdienen.
Ein guter Scanner entscheidet deshalb nicht für den Trader. Er sorgt dafür, dass Zeit und Aufmerksamkeit dort eingesetzt werden, wo mehrere relevante Faktoren zusammenkommen.
Entdecke, wie EagleEye technische Analyse, COT, Saisonalität und Volatilität zu einer strukturierten Futures-Marktbeobachtung verbindet.